Die Entwicklung des Unternehmens ist untrennbar mit der persönlichen Geschichte der Familie Koziol verbunden.
Es war im Jahr 1912 als Bernhard Joseph Koziol mit seiner kleinen Familie nach Erbach im Odenwald
umsiedelte, um die Gräflich Erbachische Keramische Werkstätte zu pachten. Hier konnte er endlich eigene Ideen umsetzen und neue Herstellungsmethoden und Lasuren entwickeln. Der erste Weltkrieg unterbrach diese Laufbahn jedoch abrupt, der Neuanfang nach Kriegsende war von Rückschlägen geprägt.
Sein Sohn Bernhard half früh in der Töpferei mit und lernte nebenbei das Zeichnen in der Sonntagsschule.
Nach der Volksschule absolvierte er eine Ausbildung als Elfenbeinschnitzer - und so ging es weiter:

1927
Mit Elfenbein fing's an
Am 27. November 1927 gründete der 19jährige Bernhard Koziol seine eigene Elfenbeinschnitzerei als Ein-Mann-Unternehmen. In seiner Schlafkammer schuf er mit Hilfe einer umgebauten Nähmaschine filigranen Schmuck und Miniatur-Figuren aus Elfenbein.

seit 1783
Elfenbeinkunst aus dem Odenwald
Das Elfenbeinhandwerk hat eine über 200-jährige Tradition im Odenwald. Graf Franz I. zu Erbach-Erbach (1754–1823) etablierte die Elfenbein-Drechselkunst im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts im Odenwald. In der Folgezeit entwickelte sich Erbach zur „Deutschen Elfenbeinstadt“.
Auch heute werden im Odenwald noch Elfenbeinschnitzer ausgebildet, allerdings verarbeiten sie seit vielen Jahrzehnten ausschließlich alternative Materialien wie Horn, Mammutstoßzähne oder die Tagua-Nuss.

1935
Der neue Werkstoff
Die Weltwirtschaftskrise 1929 ist eine Zäsur und verlangt nach Kreativität und neuen Herstellmethoden. 1935 wurde von koziol erstmals Schmuck aus vollsynthetischen Kunststoffen hergestellt. Damals waren Spritzgießmaschinen eine technische Revolution: ein nie dagewesenes Material, eine völlig neue Technologie und damit endlose Möglichkeiten für neue Produkte.

1940
Kriegsjahre
Während des 2.Weltkrieges stellt Koziol Schmuck her, der im Dunkeln leuchtet und produziert Abzeichen für das Winterhilfswerk. Ende 1940 wird die Produktion von Schmuck jedoch endgültig untersagt, es dürfen nur noch kriegswichtige Güter produziert werden. Dazu gehören neben Kämmen, Knöpfen und Besteck auch Augengläser für Gasmasken.
Nach Kriegsende ist Kunststoffgranulat für die Produktion nicht mehr zu bekommen. Hier hilft Erfindungsreichtum: koziol kauft von der Firma Röhm in Darmstadt Bestände unbenutzter Flugzeugkuppeln aus Plexiglas auf und fertigt daraus Armreifen und Broschen.

1950
Souvenirs, Souvenirs!
Die 1950er Jahre, die Deutschen entdecken das Reisen. Der Wirtschaftsaufschwung der Nachkriegszeit und die zunehmende Motorisierung wecken die Sehnsucht und gipfeln in einem deutschlandweiten Reisefieber.
Aus dem ehemaligen Schmucksortiment entwickeln sich schnell zahllose neue Motive für erschwingliche Souvenir-Broschen, die zu begehrten Sammelobjekten werden. Ob Badenixe oder Schwarzwaldmädel - es gab kaum einen Ort in Deutschland, der nicht von Koziol beliefert wurde.

1950
Die erste Traumkugel
Es war um 1950, als ein Mann in seinem VW-Käfer durch den
verschneiten Odenwald fuhr. Plötzlich blieb er in einer Schneewehe stecken. Als er beim Rangieren durch das Rückfenster schaute, entdeckte er zwei Rehe im
Winterwald, der Schnee rieselte sanft auf sie herab. Und weil der Herr in dem Auto Herr Bernhard Koziol sen. war, wurde aus diesem traumhaft schönen Bild die erste Traumkugel der Welt…

1955 - 1965
Wirtschaftswunderjahre
Die Zeit der Entbehrungen ist vorbei - das deutsche Wirtschaftswunder verlangt nach neuen Waren. Inspiriert von futuristischen Lebensszenarien aus Amerika hält sich auch die deutsche Schaffensfreude kaum in Grenzen.
Alles scheint möglich: Neben Souvenirbroschen finden Dekoartikel, Haushaltsgegenstände, Büroartikel und erstmals auch Kinderspielzeug den Weg ins Sortiment.

1970
Die wilden Siebziger
Deutschland beginnt sich an den neuen Wohlstand zu gewöhnen. Das Bedürfnis nach Gemütlichkeit und die Freude über die wiedergewonnene Freiheit finden in Form von Partykellern ihren Weg in die Alltagskultur. Die 70er treten an mit Flokati, Glitzer-Disco-Kugel und Accessoires für die Hausbar, Vasen in Porzellanoptik und sinnigen Spruchtafeln. Kunststoff ist das Material der Zeit: leicht, farbenfroh und vielseitig einsetzbar.

1980
Die nächste Generation
Die 80er waren in jeder Hinsicht eine Zeit des Umbruchs. Es war die Zeit der Friedensbewegung, von Aerobic und Pacman. Von der Mode über Frisuren bis zum Produktdesign wurde alles asymmetrisch, grell und leicht unterkühlt.
Mit dem Beginn des neuen Jahrzehnts übernehmen die Söhne Stephan und Bernhard Koziol die Firma. Sie stellen das Produktsortiment radikal um und sprechen damit ein junges, dynamisches Publikum an. Erster Verkaufsschlager ist der Manhattan-Tower, das erste Regalsystem für CDs.

2000
Form follows Emotion
Die Nullerjahre markieren den Übergang von der analogen zur digitalen Gesellschaft. Das Design wird freier und verspielter, die Konsumwelt wird emotional. Produkte müssen nicht mehr nur praktisch oder im klassischen Sinn schön sein - sie dürfen Persönlichkeit haben.
koziol ist ein Meister darin, Alltagsprodukte so zu gestalten, dass sie zu begehrten Geschenkartikeln werden und begeistert mit seinen fröhlichen Charakteren Fans auf der ganzen Welt.

2018
SUPERGLAS
Das unzerbrechliche SUPERGLAS leitet eine neue Ära in Sachen Mehrweg ein. Die einzigartigen Gläser mit dem funkelnden Facettendesign setzen neue Standards in der Gastronomie und Hotellerie. Die Gläser sind im normalen Gebrauch nahezu unzerstörbar und damit perfekt geeignet für Pool, Strand, Spa, Clubs und Lounges.
Heute sind die Supergläser in Luxus-Resorts, 5-Sterne-Hotels und auf Kreuzfahrtschiffen in der ganzen Welt zuhause.















